2026-07 Newsletter
Politisches Forum Rumphorst
zu Wohnsituation, Begegnungsorten und Verkehrssicherheit
Rumphorstviertelverein startet neues Veranstaltungsformat
Zu einem ersten Politischen Forum hatte der Rumphorstviertel e.V. in das Theater im Pumpenhaus geladen. Bezahlbarer Wohnraum, mangelnde Begegnungsorte im Stadtviertel und die Verkehrssicherheit waren als Themen zum Auftakt der Reihe gesetzt. Am 11. Juni waren über 30 Personen im Glashaus, dem Foyer des Pumpenhauses, zusammengekommen. Monika Többe-Schukalla und Kajo Schukalla, ModeratorInnen des Abends, begrüßten mit Lena Ilsemann die direkt gewählte Kandidatin der Grünen im Wahlbezirk Rumphorst. Bewusst waren Wahlversprechen aus der Kommunalwahl vom November 2025 aufgegriffen worden, auch um zu hören, war im ersten halben Jahr denn schon geschehen sei.

Till Wyler von Ballmoos, Leiter des Pumpenhauses, ließ es sich als Gastgeber nicht nehmen, die Versammlung zu begrüßen, bewarb die vielfältigen künstlerischen Angebote des Hauses und sagte weitere gute Zusammenarbeit mit dem Rumphorstviertelverein zu.
Monika Többe-Schukalla startete mit Informationen zum Wohnen in Rumphorst. Trotz hohen Eigenheimanteils stünde die überdurchschnittliche Steigerung der Mieten bei hohem Mietniveau besonders im Fokus vieler Anwohner. Nach der intensiven Bebauung der letzten Jahre liegen die Mietpreise mittlerweile über dem städtischen Durchschnitt. Das steht in deutlichem Kontrast zum Handlungskonzept Wohnen der Stadt, das sich u.a. eine Verbesserung der Wohnsituation für einkommensschwache Familien sowie die Entwicklung sozial gemischter Wohnquartiere zum Ziel gesetzt hat.
Lena Ilsemann, studierte Politikwissenschaftlerin, zeigte sich in den Diskussionen gut vorbereitet und schlagfertig, musste aber zugeben, dass die Umsetzung der Ratspolitik oft lange dauere. Politische Instrumente, so der konsensfähige Tenor, zeigen sich nur bedingt in der Lage, diesen Entwicklungen ausreichend entgegenzusteuern.

Die politische Forderung nach „Dritten Orten“ löste zunächst leichte Verwirrung aus. Darunter sind, wie Kajo Schukalla informierte, im Unterschied zu „Ersten“ und „Zweiten Orten“ als Aktionsräumen für Familie und Beruf, die offenen und niederschwelligen Begegnungsräume ohne Konsumzwang gemeint. Und daran fehlt es eindeutig im Stadtviertel. In der Diskussion äußerten sich auch mehrere Stimmen kritisch zum „Stadtteiltreff Rumphorst“ des Diakonischen Werks, der außerhalb fester Termine kaum niederschwellig genutzt werden könne.
In der Diskussion wurde auch die Forderung nach Beratungs- und Sprechstundenangeboten aus der Politik laut. Lena Ilsemann sagte zu, dies zeitnah anzubieten.
Für das dritte Thema sicheren Verkehrs blieb nur noch wenig Zeit, die genutzt wurde, viele Stimmen und Erfahrungen aus dem Rumphorstviertel zu Wort kommen zu lassen. Ratsfrau Ilsemann bekam so jedenfalls für ihre Arbeit in Stadtrat und Fraktion zahlreiche Aufgaben ins Gepäck, aber auch zum Abschluss eine kleine Anerkennung, mit der sich die Rumphorstviertel-Vereinsvorsitzenden Wolfgang Bensberg und Christel Weichelt bei ihr bedankten. Wolfgang Bensberg betonte zudem das große ehrenamtliche Engagement durch den Verein, das leider nicht immer durch die städtische Förderpolitik entsprechend gewürdigt würde.
Für die zweite Jahreshälfte ist ein weiteres politisches Forum angedacht, das den verkehrspolitischen Herausforderungen im Viertel gewidmet sein soll. Mit zunehmender Bevölkerungsdichte ist das Verkehrsaufkommen erheblich gestiegen, Auch der ruhende Autoverkehr verenge die Straßen weiter. Kann die stärkere Akzentsetzung für den Fahrradverkehr, etwa durch die Umwidmung der Mecklenburger Straße zu einer Fahrradstraße, Verbesserungen bringen? Wie steht es um die diskutierte Einrichtung einer Verkehrsampel an der Einmündung des Markwegs in den Hohen Heckenweg? Zu Grundinformationen soll zunächst ein Stadtplaner aus der Stadtverwaltung über die aktuellen Planungen zur Verkehrsführung informieren. Aus dem Rumphorstviertel werden dann auch Initiativen wie die zur Förderung der Barrierefreiheit das Wort haben.
Diese und weitere Termine werden auf der Internetseite des Vereins, im Newsletter und in der Lokalpresse angekündigt.